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so you own ugly hats ... you wear them well

Ich habe gestern insgesamt sechs oder sieben Stunden geschrieben, nur geschrieben, dreiundvierzigeinhalb DIN-A5-Seiten, und jetzt (... hatte ich die ganze Nacht brutale Schmerzen in der Hand, und zog in Erwägung, bei Domian anzurufen, und ihn zu fragen, warum ich Arbeiten nur unter konkretem Zwang erledigen kann, selbst, wenn sie mir dann fieberhaft Spaß machen) bin ich relativ optimistisch, meine Deutschaufgabe, für die ich ja auch nur zwei Monate Zeit hatte, doch noch pünktlich abzugeben. Ich hab' Cillian Murphy als Basini gecasted, das ist erst mal unschlagbar. Leider druckt unser Drucker nur schwarzweiß, jetzt schaut er nicht halb so hübsch aus.

Held der Woche: nein, nicht was ihr jetzt denkt.



Kristin Hersh. Die Frau istalles, was ich je als revolutionär erachtet habe, in eine einzige Pandora's-Box gestopft und so richtig zu geht der Deckel auch nicht. Nein, das aktuelle Soloalbum ("Learn To Sing Like A Star") ist es gar nicht, von dem ich so angetan bin, sondern die frühen Throwing Muses Sachen, alles von 1986 bis 1990, und das danach nur deshalb nicht, weil ich es noch gar nicht kenne. Ich habe "House Tornado" und "The Real Ramona" zu Ostern bekommen (ebenso wie "Island" von Jo Gabriel), aber erst zwei Wochen später so richtig entdeckt ... aber so richtig so richtig.

Auch wieder gepackt hat mich das Billy Wilder-Fieber. Ich habe in den Osterferien drei ganze Tage darauf verwendet, "The Fortune Cookie" zu gucken, was beachtlich ist, wenn man bedenkt, dass das eine durch und durch unspektakuläre (wenn auch intelligent geschriebene und brilliant, brill-i-a-nt gespielte, insbesondere von Jack Lemmon und Walter Matthau - hätten sie sich doch nur nie für zigtausend Aufgüsse von "The Odd Couple" abgegeben, die beiden waren so fantastisch, alleine sowieso und zusammen erst recht) Komödie ist, und drei Tage immerhin halb so viel wie die, über deren Dauer ich in "Mulholland Dr." versunken war. Die Sommerferien werden komplett mit "Twin Peaks" schauen verbracht (naja, und mit unglaublich viel lesen, schreiben, spazieren gehen, Fotos machen, alte Kassetten hören, Schwedisch lernen ... let's face it, ich werde ja doch den ganzen Tag dösen und Mary Chain hören), das und die absolut unnötigste und kurios armseligste TV-Adaption eines Roman-, Bühnen- und Filmerfolgs:



Überraschenderweise bekam ich die erste Staffel bereits gestern zugeschickt, und nach kurzem Hineinschauen kann ich bereits sagen - ich hatte niedrige Erwartungen, aber gleichzeitig die Hoffnung, positiv überrascht zu werden, und ich bin es absolut nicht. Dass man die Handlung in die frühen 1970er verlegt hat, Schlaghosen und lange Haare inklusive (Billy sieht aus wie young Arthur bei Velvet Goldmine! der Anzug auf dem Cover täuscht, der hat richtig unangebrachte Hemden!) ist eine Sache, dass Barbara nicht mehr bloody oranges isst, sondern irgendwelche Kekse (?), eine ganz andere. Der Regenmantel ist einem tatsächlichen Morgenmantel gewichen! Unverzeihlich! Liz ist mir noch gar nicht begegnet, dafür habe ich Billy sagen hören, "I've got a cramp in my legs". Hört ihr das? "My legs"? Also ... also ... irgendwo hört es auf. Wir sind in Yorkshire. Das heißt, und da dulde ich keinerlei Updates und Variationen, me legs. I've got a cramp in me legs. Immerhin sagt 'the old man' (der sieht hier wirklich ziemlich old aus) immer noch öfter 'bloody', als er hörbar ein Komma verwendet, der Dialog ansich, so wie er geschrieben ist, ist durchaus würdig (nicht weiter verwunderlich, da Keith Waterhouse und Willis Hall selber verantwortlich zeichnen) ... der Titelsong ist so erbärmlich, dass ich ihn wahrhaftig bemitleide; er ist offensichtlich extra für die Sendung geschrieben worden (geht ungefähr so: "Billy Billy, don't you be silly, fantasising smalltown boy ... Billy Billy, you're not so silly [Zeile entfallen]"), und dafür ist er wirklich ganz grausam klein und unscheinbar.

Mittwoch Nacht wäre ich beinahe zu Malcolm Middleton gefahren, habe es aber dann doch unterlassen, Tickets zu bestellen, weil mein Vater dringend mit rein wollte ("Spiel mir mal was vor." - "[spielt die ersten zehn Sekunden von We're All Gonna Die an]" - "Okay, ich geh mit." - "Aber du hast noch gar nichts gehört!" - "Ich hab genug gehört, das ist kein ... [macht Sailor Moon-Verrenkungen] Rap oder so." - "Was hast du denn gedacht???" - "Ich weiß nicht, kann ja sein, dass du so Scheiße hörst." - "Ja, schon, aber, eh, was.") (als er erfuhr, dass es sich um einen Einzelkünstler handelte und nicht um eine Band, wollte er wissen, ob es denn Halb- oder Vollplayback sei ... ich: "Gar kein Playback. Der singt live." - "Ja, aber die Musik kommt doch dann ..." - "Nein, da sind auch Musiker!" - "Gut. Weißt du, [verschworener Gesichtsausdruck], Live-Gigs sind nämlich meistens besser."), und auch wenn mir das zunächst nicht als Problem erschien, fiel mir doch in einem Anfall von panischem Teenagerism auf, dass ich sowieso von Malcolm Middleton vermutlich nicht ganz so eingenommen geworden wäre, wie, sagen wir, von den Editors (wenn die kommen, bin ich wieder da), und mit dem daneben und schwergewichtige Kommentare abgebend ... wohl eher gar nicht.
So werde ich wohl in der Nacht auf Mittwoch besagten Vater anbetteln, mir "Operation Crossbow" aufzunehmen. Held des Jahres ist nämlich immer noch: Tom Courtenay. Der hat mich auch durch die Geschichtsklausur gerettet, weil ich wusste, Pasha/Strelnikov war ein Bolshevik, und das waren die, die bei der Oktoberrevolution gewonnen haben, sozusagen, und das waren die radikalen:



(Ist er nicht gruslig? Und so alt schaut er aus, da war er noch keine dreißig, glaube ich. Jetzt ist er siebzig ... und im Dezember werde ich ihn das erste Mal im Kino sehen, ist nämlich in der Verfilmung von "Der Goldene Kompass" dabei.)

Wäre gerne dazu gekommen, die Phrase 'bouncing baby Bolshevik' (aus Wilders "One, Two, Three" mit dem jugen Horst Buchholz als überzeugtem Sozialisten der aus Versehen zum Erben von Coca Cola wird) anzuwenden, oder mein Stalin/Trotzky Halbwissen aus "Animal Farm", die Gelegenheit kam aber leider nicht.
28.4.07 17:55


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